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Well & Fit

26.08.2024 | Jennifer Josl

STRESS LASS NACH!

Entspannungsangebote im Gym

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Unsere moderne, digitalisierte Welt lässt ein Leben ohne Stress scheinbar nicht zu. Täglich sind wir einem nie abreißenden Strom von Informationen und Reizen ausgesetzt. Hinzu kommen bei vielen Menschen steigende Anforderungen im Beruf, Termindruck sowie Konflikte in der Familie und am Arbeitsplatz. Welche Entspannungsverfahren nachgewiesenermaßen das Stresslevel senken und was bei der Durchführung von entsprechenden Kursen in Clubs wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Stress ist ein weitverbreitetes Phänomen: Einer Studie zufolge fühlen sich sechs von zehn Menschen in Deutschland ab und zu gestresst. Etwa 25 Prozent der Befragten gaben sogar an, sie seien häufig gestresst. Am häufigsten von Stress betroffen waren Menschen zwischen 30 und 39 Jahren: 82 Prozent der Personen dieser Altersgruppe fühlten sich regelmäßig gestresst. Relativ hohe Stress pegel erreichten aber auch Personen zwischen 18 und 29 Jahren sowie Personen zwischen 40 und 59 Jahren. Ab einem Alter von 60 Jahren nahm der Stress deutlich ab. 

KURZFRISTIGER STRESS IST UNPROBLEMATISCH 

Stress ist eine natürliche Reaktion des Körpers in Phasen, in denen man stark gefordert ist: Der Organismus geht in Alarmbereitschaft und stellt sich darauf ein, mehr zu leisten. Dies ist an sich eine nützliche Reaktion, die Menschen kurzfristig leistungsfähiger macht und vollkommen unproblematisch für den Organismus ist. Wenn aber diese Alarmbereitschaft zu einem Dauerzustand wird und entspanntere Phasen ausbleiben, kann dies negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Betroffene fühlen sich ständig nervös, reizbar und unkonzentriert – und kommen nicht mehr zur Ruhe. Dieser Zustand belastet Psyche und Körper, beeinträchtigt die Lebensqualität und begünstigt die Entstehung von Krankheiten. 

ZAHLREICHE NEGATIVE AUSWIRKUNGEN 

Die Liste von negativen Auswirkungen von dauerhaftem Stress auf Körper und Psyche ist lang und reicht von Gereiztheit, Erschöpfung, Nervosität, Schlaf problemen, Verspannungen, Kopfschmerzen, Verdauungsproblemen, Magenschmerzen, Zähne knirschen, Hautproblemen, Atemnot bis hin zu depressiven Verstimmungen. 

Hinzu kommt bei Dauerstress ein ständig hoher Cortisolspiegel, der langfristig zu Fett- und Wassereinlagerung führen kann. Vor allem das Bauchfett nimmt dabei zu. Zudem geht langfristiger Stress einher mit schlechtem Schlaf, was auf längere Sicht ebenfalls mit einer Gewichtszunahme verbunden 

STRESS LASS NACH! 

Entspannungsangebote im Gym ist. Dahinter verbergen sich Stoffwechselprozesse, die zu Muskelabbau, erhöhtem Blutzuckerspiegel und schließlich zu einem vermehrten Fettaufbau im Fettgewebe unter der Haut führen. Ein Verlust von Körperfett ist daher bei chronischem Stress so gut wie unmöglich. Wenn Sie bei Ihren Kunden diese Symptome bemerken, bietet es sich daher an, diese auf Ihre Beobachtungen hinzuweisen und ihnen die clubeigenen Entspannungsgebote zu empfehlen. 

WAS HILFT GEGEN CHRONISCHEN STRESS? 

Ein wichtiges Element, um chronischen Stress abzubauen, ist das Erlernen eines gesunden Umgangs mit Stress sowie eine stressarme Gestaltung des Alltags mit regelmäßigen Auszeiten, in denen Körper und Geist zur Ruhe kommen können. Als sehr förderlich beim Abbau von Stress haben sich zudem gezielte Entspannungstechniken erwiesen, von Achtsamkeitstraining über progressive Muskelentspannung bis hin zu Yoga. Obwohl sich alle Techniken auch selbstständig zu Hause ausführen lassen, fällt es den allermeisten Menschen wesentlich leichter, diese im Rahmen eines Kurses gemeinsam mit anderen Teilnehmern zu erlernen und zu praktizieren. Auch fördert der Austausch über die individuellen Erfahrungen in der Gruppe sowohl den Lernerfolg als auch die Motivation deutlich. 

KURSORGANISATION: WAS IST WICHTIG? 

Da Entspannungstechniken – genauso wie Fitnesstraining – Übung benötigen, um ihre Wirkung zu entfalten, sollte ein Entspannungskurs mindestens als 8-Wochen-Block eingeplant werden. Dieser kann auch für externe Teilnehmer geöffnet und entsprechend beworben werden, um so den einen oder anderen Neukunden darüber zu gewinnen. Natürlich ist auch ein längerer Zeitraum oder das Angebot als dauerhafter Bestandteil des Group-Fitness- Angebots möglich. Um den Teilnehmern die Zeit zu geben, aus dem turbulenten Alltag in die Entspannung zu finden, sollten bei Entspannungskursen Einheiten von mindestens einer Stunde eingeplant werden. Wichtig ist auch, einen qualifizierten Kursleiter oder eine qualifizierte Kursleiterin zu finden, sowie ein abgetrennter, ruhiger Raum. Ist beispielsweise im Yogakurs das Wummern der Bässe vom Cyclingkurs nebenan deutlich hörbar, ist eine wirkliche Entspannung nicht möglich. 

Folgende Entspannungstechniken sind für den Einsatz im Club gut geeignet: 

YOGA 

Yoga ist eine aus Indien stammende philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen beziehungsweise Praktiken wie Yama, Niyama, Asanas, Pranayama und Meditation umfasst. Nicht umsonst hat Yoga in den letzten 15 Jahren einen fulminanten Boom in so gut wie allen westlichen Ländern erfahren: Ein regelmäßiges Training reduziert nachgewiesenermaßen das Stressempfinden. Während der Praxis wird der Parasympathikus angeregt – der Teil des Gehirns, der für die Entspannung zuständig ist. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol wird gehemmt und es wird Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck entgegengewirkt. Zudem wirkt eine regelmäßige Yogapraxis präventiv: Durch die Übung der bewussten Atmung erlernen die Teil nehmer ein wichtiges Tool zum selbstständigen Entspannen in akuten Stresssituationen. 

Gleichzeitig stärkt Yoga das Herz, regt die Blutzirkulation an und erhöht unsere Konzentrationsfähigkeit – und kann durch die Mobilisation von Muskeln, Faszien und der Wirbelsäule (Rücken-)Schmerzen lindern beziehungsweise verhindern und den Körper beweglicher machen. 

PROGRESSIVE MUSKELENTSPANNUNG 

Entwickelt hat diese Methode der amerikanische Arzt und Physiologe Edmund Jacobson in den 1930er-Jahren, sie wird daher auch als „Entspannung nach Jacobson“ bezeichnet. Bei dem Verfahren spannen die Teilnehmer nach Anleitung bewusst einzelne Muskelgruppen nacheinander (progressiv) an, um diese anschließend abrupt wieder zu entspannen. Diese bewusste Auflösung der Anspannung bewirkt eine anschließende körperliche und mentale Entspannung. Atmung und Puls werden dadurch beruhigt, ein gesunder Schlaf gefördert sowie die Stresstoleranz verbessert. 

Durch die Methode lernt man relativ schnell, von der Anspannung in die Entspannung umzuschalten. Ein weiterer positiver Effekt ist die Steigerung der Wahrnehmungsfähigkeit für Muskelverspannungen sowie der Fähigkeit, darauf gezielt zu reagieren. Die progressive Muskelentspannung ist sehr gut für Menschen geeignet, die eher aktiv und körperlich orientiert sind – was bei Sportlern oft der Fall ist – und sich nicht so einfach konzentrieren können. Durch den Zugang über die Muskulatur erhalten sie eine Aufgabe, auf die sie sich konzentrieren können. Der Kursleiter lenkt über seine Anweisungen die Wahrnehmung der Teilnehmer. 

Die progressive Muskelentspannung hat viele Vorteile: Ihre Durchführung ist leicht zu erlernen und die Teilnehmer erfahren relativ schnell einen wahrnehmbaren Erfolg. Zudem ist der Zeitaufwand gering und das Trainieren praktisch überall möglich. 

AUTOGENES TRAINING 

Das autogene Training stellt eine Form der Selbsthypnose dar, die ein Umschalten der körperlichen, vegetativen Funktionen (wie beispielsweise Durchblutung, Pulsschlag, Atmung) in einen Ruhezustand zur Folge hat. Der entspannte Zustand wird nicht wie bei der progressiven Muskelentspannung indirekt über das bewusste Anspannen der Muskeln erreicht, sondern die Teilnehmer kommen dabei direkt über gedankliche Konzentration zur Ruhe. Die Übungen werden im Sitzen oder im Liegen ausgeführt. Mit Formeln wie „Ich bin vollkommen ruhig“ oder „Der linke Arm ist ganz warm“ werden dann die Gedanken und Vorstellungen geleitet. Durch das mehrfache Wiederholen dieser Formeln stellt sich nach und nach der Entspannungszustand automatisch ein. 

Das autogene Training ist ein im Vergleich mit der progressiven Muskelentspannung noch weniger gut wissenschaftlich untersuchtes Entspannungsverfahren. Mit der Methode werden Ruhe und Entspannung angestrebt sowie ein verbessertes Konzentrationsvermögen. Da es schwerer zu erlernen ist als die progressive Muskelentspannung, erfordert es eine sehr gute Anleitung durch den Trainer sowie regelmäßige Übung durch die Teilnehmer. 

STRESSBEWÄLTIGUNG DURCH ACHTSAMKEIT (MBSR) 

MBSR (engl: Mindfulness-Based Stress Reduction) hat sich als ein wirkungsvolles Achtsamkeitstraining etabliert. Das achtwöchige Programm wurde bereits in den 1970erJahren von dem Molekularbiologen Dr. Jon Kabat-Zinn an der Universitätsklinik in Worcester, Massachusetts (USA) entwickelt und wird weltweit im Gesundheitsbereich, in pädagogischen und sozialen Einrichtungen sowie in Unternehmen erfolgreich angewendet. Als Trainings programm für den Geist verbindet es meditative Übungen in Ruhe und Bewegung mit Ansätzen aus der modernen Psychologie und Stressforschung. 

In den Kursstunden werden Achtsamkeitsübungen (Meditation, Atemübungen, Übungen in Bewegung und Übungen in Stille) durchgeführt. Ein festes Element ist zudem der „Body-Scan“, ein gedankliches Abtasten („scannen“) des eigenen Körpers. Die Aufmerksamkeit wird dabei auf verschiedene Bereiche des Körpers gerichtet. Ziel ist, das eigene Körperempfinden, Gedanken und Gefühle wahrzunehmen und sich dieser bewusst zu werden. Der Body-Scan hilft dabei, die Konzentration zu stärken und uns ganz auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt, zu fokussieren, ohne mit den Gedanken in der Vergangenheit oder in der Zukunft zu sein. 

Zahlreiche Studien belegen die gesundheitsfördernde, stressreduzierende und die Lebensqualität steigernde Wirkung von MBSR. Meist sinken der Blutdruck und die Erregung des vegetativen Nervensystems. Körper und Geist beruhigen sich, und Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen werden besser wahrgenommen. Die Übenden bekommen außerdem das Gefühl, wieder Einfluss auf den eigenen Zustand nehmen zu können. 

FAZIT 

Entspannungskurse bieten Clubs die Möglichkeit, sich als kompetente und ganzheitlich arbeitende Gesundheitsdienstleister zu positionieren. Durch Entspannungsangebote kann gestressten Kunden effektiv geholfen werden, indem durch den Abbau von Stress beispielsweise eine Gewichtsabnahme oder eine für sportliche Leistungssteigerungen wichtige Regeneration erst möglich gemacht wird. Zudem bieten die Kurse – bei entsprechender Werbung – die Chance, auf Menschen, die weniger sportaffin sind, zuzugehen und diese als neue Mitglieder zu gewinnen. 

Alle vorgestellten Verfahren eignen sich, wissenschaftlich erwiesen, zur Stressreduktion. Für welches Verfahren Sie sich für Ihren Club entscheiden, sollte von der Zielgruppe sowie der Qualifikation des Trainers/Kursleiters abhängig gemacht werden. Denn nur wenn der Anleitende sich wirklich gut mit der Methode auskennt und Routine im Unterrichten dieser Methode hat, kann er die Teilnehmenden wirkungsvoll anleiten und eine entspannte Atmosphäre herstellen. 

Grundsätzlich eignen sich Entspannungskurse für alle Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht und Trainingszustand. Aufpassen sollten Sie lediglich bei Personen mit Depressionen, Neigung zu Psychosen oder Schizophrenie oder Traumata. Diese sollten ihre Teilnahme vorab mit einem Psychologen oder Psychiater abstimmen.

 


Autor

Jennifer Josl

Gastautorin Freie Fachredakteurin

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